Von den Anfängen bis zur Gegenwart

Nach dem 2. Weltkrieg fanden viele Flüchtlinge und entlassene Kriegsgefangene in den Räumen des ehemaligen SS-Schulungslagers eine neue Heimat. Bei den beengten Wohnverhältnissen brauchten die vielen jungen Männer sportlichen Ausgleich. Im Mittelpunkt des Lagergeländes lag ein Sportplatz, an der heutigen Friedenstraße. Am 14. Juli 1948 trafen sich 50 Hochbrücker im Gemeinschaftsraum des Lagers und gründeten in dieser Versammlung den FC Hochbrück. Heute ist von den Gründungsvätern nur noch Rudi Moser Mitglied im Verein. Als erster Vorstand des Vereins wurde O. Almadinger gewählt, dem 1949 Heinrich Pulling folgte. Dessen Nachfolge trat 1952 Ludwig Palmowski an. 1953 wurde Michael Asam zum 1. Vorstand gewählt, der dieses Amt bis 1999 - das sind 46 Jahre - innehatte.

Gruppenfoto der FCH Fußballer aus den Anfängen: Leichinger, Künzel, Litzinger, Moser, Schira, Rothenbach, Almendinger, Weiß, Zellner, Pöllinger, Mädl und Ungar

 

Das erste Fußballspiel trug man gegen den Nachbarverein SV Lohhof aus. Herausforderer Hochbrück unterlag 0:3, die 2. Mannschaft mußte sich mit 0:4 geschlagen geben.

 

Gesellige Runde vor dem alten Vereinsheim: Schira, Asam, Piechottka und Bossert

 

Der Verein wuchs kontinuierlich. Im August 1949 kam eine Schüler- und Jugendmannschaft dazu. Aus dem Badehaus nebem dem Sportplatz, das für die ursprünglichen Zwecke zu klein geworden war, bauten die Hochbrücker Sportler mit viel handwerklichem Geschick ein Clubhaus. 1952 wurde es vom damaligen 2. Bürgermeister Grünwald eingeweiht.

Ganz Hochbrück feierte das erste Sommernachtsfest mit, das am 24. August 1952 im neuen Clubhaus über die Bühne ging.

1953, anläßlich der Fünf-Jahr-Feier, - man sieht, das Feiern hat beim FC Hochbrück Tradition - organisierte der Verein ein Pokalturnier unter Beteiligung der Mannschaften von Garching, Schleißheim und Am Hart. 1955 gründete sich eine Jugendgruppe (14-18 Jahre), die mit Theateraufführungen die Weihnachtsfeiern mitgestaltete.

Pfingsten 1958 war der FC Hochbrück 10 Jahre alt. Es wurde gefeiert, Ehrensache. Ein großes Turnier wurde ausgerichtet mit so namhaften Gegnern wie dem SV Lohhof, dem VFR Garching und Schleißheim. Aber den Siegerpokal sicherten sich die Hochbrücker selbst und machten sich damit das schönste Geschenk zum Jubiläum. Dazu spielte die Musikkapelle der 1. Gebirgsdivision, zu der Vorsitzender Michael Asam einen "heißen Draht" hatte. In der Hochbrücker Alm stieg ein rauschendes Fest. So viele feierten mit, erinnern sich die altgedienten Vereinsmitglieder, daß dem FC Hochbrück die Stühle ausgingen.

 

 

1960 ein neuer Platz

Als 1960 beschlossen wurde, in Hochbrück eine neue Siedlung zu bauen, mußte sich der Verein nach einem neuen Platz umschauen. Nach vielen Bemühungen durch die Vorstandschaft stellte ein Milbertshofener Bauer dem FC Hochbrück eine Wiese (heute Voith-Siedlung) kostenlos zur Verfügung. Der Spielbetrieb konnte also ununterbrochen weitergehen. Als dann 1963 das Clubhaus abgerissen wurde, fand man eine Gelegenheit zum Umkleiden in einem Nebenraum der ehemaligen Metzgerei. Trotz der ungünstigeren Umstände ist aber in der Saison 1964/65 die 1. Mannschaft ungeschlagen (mit nur zwei "Unentschieden") in die B-Klasse aufgestiegen. Damals spielten für den FC Hochbrück: Ew. Seidl, Ernst Schön, Manfred Thurner, Lothar Cygan, Ad. Schöpf, Dieter Cygan, Johann Brehm, Josef Brunner, Ludwig Schiedermeier, Werner Seibold und Günther Reikober.

1966 mußte der Fußballplatz wieder Baumaßnahmen weichen. Die Baugesellschaft duldete zwar, daß der Verein bis zur völligen Bebauung des Geländes etwas östlich auf einer Wiese weiterkickte, doch für einen stolzen Fußballverein war das auf Dauer keine Lösung. Der damalige 2. Vorsitzende, Ludwig Palmowski, ergriff die Initiative und handelte mit der Firma Strebel aus, daß dem Verein ein Stück Grund neben der Go-Kart-Bahn zur Verfügung gestellt wurde. Der Platz mußte zwar erst bespielbar gemacht werden, doch die Arbeit schreckte die Fußballer nicht ab. Vorsitzender Asam konnte durch Beziehungen zur US-Armee Baumaschinen und Planierraupen organisieren und auch die Firma Strebel unterstützte damals den Verein. In vielen Einsatzstunden wurden Gräben für Wasser- und Stromleitungen gezogen und eine Holzbaracke mit Umkleideräumen und Duschen gebaut.

 

Damenfußball

1973 wurde das 25-jährige Bestehen des Vereins im Rahmen der Garchinger Bürgerwoche gefeiert. Zu einem Turnier hatte der FC Hochbrück die Mannschaften vom VFR Garching, SV Nord und Dietersheim geladen. Im Bierzelt ging es danach zünftig zu.

Zwei Jahre später gab es auf dem sportlichen Sektor eine Neuerung. Im Bierstüberl wurde die Idee geboren, eine Damenfußballmannschaft zu gründen. Nur anfangs etwas belächelt und zuerst noch in alten Jugendtrikots spielte die Mannschaft bald recht erfolgreich. In den fünf Jahren seines Bestehens hatte das Frauenteam so renommierte Gegner wie Bayern München, die "Löwinnen" und Wacker.

Die Damenmannschaft des FC Hochbrück e.V. :

stehend von links: Patti Booch, Angela Scharl, Brigitte Kempa, Christa Daschner, Angelina Konkuli, Meric Yamak und Trainer Alois Hellmich

untere Reihe von links: Ingrid Stanglmeier, Marianne Grünwald, Jutta Scharl, Sabine Kladny und Carola Lutz

 

Pfingstausflug 1979

Pfingsten 1979 führte eine weite Reise nach Ostfriesland. Die Einladung kam durch den Besuch einer Ostfriesin in Garching zustande. Bei Durchsicht des Sportspiegels stieß sie auf unseren Verein. Natürlich ließ man sich solch eine Reise zu den Ostfriesen nicht entgehen, und in einem eigenen Waggon fuhr der FC Hochbrück mit 64 Mitgliedern nach Haage. Die Herrenmannschaft konnte bereits am Ankunftstag 1:0 gewinnen. Die Damen hatten es etwas schwerer, sie hatten eine Anzahl von Spielen gegen starke Oberligamannschaften, teils auch aus Holland, zu bestreiten. Sie konnten sich trotzdem im Mittelfeld plazieren. Untergebracht waren alle in einer sehr schönen Ferienhaussiedlung. Das Wetter war herrlich, der Ostfriesengeist hatte es in sich, der frische Fisch schmeckte den Bayern ausgezeichnet. Viele hatten auch riesigen Spaß bei einer Watt-Wanderung. Leider ging die Zeit viel zu schnell vorbei.

Nach Auflösung der Damen- und Mädchenmannschaften sowie der Jugendmannschaften spielte der FC Hochbrück über Jahre nur noch mit zwei Herrenteams.

Immer wieder von Personalsorgen geplagt, wurden zwangsläufig nur hintere Plätze in der C-Klasse erreicht. In diesen Jahren wurde der FC Hochbrück öfter anderen Spielgruppen (München, Dachau, Freising) zugeordnet.

Seit 1980 hat der FC Hochbrück sein sportliches Zuhause im Stadion am See. Das ist für uns "Hochbrücker" zwar nicht ideal, aber für die nahe Zukunft wird ein Platz in Hochbrück ein Wunschtraum bleiben.

1988 wurde die 40-Jahr-Feier im Gasthaus "Zur Brücke" ausgerichtet. Höhepunkt der 40-Jahr-Feier waren eine ganze Reihe von Ehrungen, die W. Birk vom BFV und O. Kießlich vom BLSV vornahmen. Mit der Vereinsnadel in Gold mit großem Kranz des BLSV wurde Michael Asam, zu diesem Zeitpunkt seit 35 Jahren Vorsitzender des FC Hochbrück, ausgezeichnet.

Die goldene Verbandsnadel des BFV für 40-jährige Mitgliedschaft erhielten Rudolf Moser, Martin Lochmann, Ludwig Palmowski, Georg Pichottka, Wilhelm Ziegenhagen, Raimund Czerwinsky, Karlheinz Fickelscher, Oswald Hinneburg und Peter Krahl.

Für 30-jährige Mitgliedschaft wurden Alois Hellmich, Erich Cygan und Ulrich Böhlke mit der silbernen BLSV-Nadel geehrt.

Nach dem offiziellen Teil wurde bei Musik und Tanz noch ausgiebig gefeiert.

 

Italien

Auch wenn der Verein sportlich zu dieser Zeit herumkrebste, kam es 1989 erstmals im Rahmen eines Pfingstausfluges zum Besuch bei "unseren" Italienern in Gonars. Der Empfang war überaus herzlich. In den folgenden Jahren wurden dann gegenseitige Besuche abgestattet, die neben gesellschaftlichen und sportlichen Höhepunkten auch kulturelle Erfahrungen einschlossen.

 

Jugendarbeit

1993 kam es dann endlich auch wieder unter Federführung von Corinna Botta und ihren Mithelferinnen Andrea Metz, Brigitte Ludwig und Hannelore Loschert zum Aufbau einer Jugendabteilung. Neben einer F- und E-Juniorenmannschaft wurde auch eine Mädchentanzgruppe ins Leben gerufen, so daß nicht nur die männliche Jugend im Verein gehalten werden kann, sondern auch die Mädchen sich aktiv beteiligen können. Zwischenzeitlich spielte auch eine D-Juniorenmannschaft.

 

Senioren A

Nachdem man jahrelang davon gesprochen hatte, kam es 1992 endlich zur (Wieder-) Gründung einer AH-Mannschaft. Hierfür zeigten sich insbesondere Uwe Ehrecke und August Duh verantwortlich. Der sportliche Ehrgeiz war so groß, daß die Mannschaft zweimal hintereinander bis in die A-Klasse aufstieg. Dieser Erfolg band nicht nur die ehemaligen Spieler im Verein, sondern es kamen auch neue dazu. Erstmalig veranstaltet die AH 1993 ein Fußball-Nachtturnier (Beginn 22.00 Uhr) und beteiligt sich seit Jahren erfolgreich mit eigenem Bierzelt am Garchinger Straßenfest.

hinterste Reihe: Trainer Uwe Ehreke, Roland Böhlke, Pasquale Dominelli, Peter Loschert, Klaus Ziegler, Fritz Bothar, Betreuer Gustl Duh

mittlere Reihe: Vorstand Michael Asam, Mario Antonijevic, Bruno Cavallaro,Licina Veljko, Josef Kink, Hans Meister, Bruno Gottschling, Trtic Ljubomir

untere Reihe: Hans Botta, Marino Cosmo, Oswald Gärtner, Hans Schuster und Josef Ellinger

 

Durch die neuen reaktivierten Abteilungen konnte ein erheblicher Mitgliederzuwachs auf aktuell 280 Mitglieder verzeichnet werden.

Dies hatte allerdings auch zur Folge, daß die jährliche Jahresabschlußfeier mit Tanz und Tombola nicht mehr in Hochbrück im Gasthaus "Zur Brücke" veranstaltet werden konnte, sondern in den Saal des Gasthauses "Neuwirt" nach Garching verlegt werden mußte.

Neben der traditionellen Jahresabschlußfeier als Highlight, bei der Jung und Alt zusammen sind, beteiligte sich der FC Hochbrück in den letzten Jahren recht erfolgreich am Umzug im Rahmen des Bürgerfestes in Garching.

Durch Sommerfeste im Biergarten in Hochbrück wird versucht, im gesellschaftlichen Leben des Stadtteils Hochbrück sich stärker im Bewußtsein der Mitbewohner zu verankern.

 

Die 1. Mannschaft hatte im Juli 1997 den Aufstieg in die B-Klasse geschafft. Nach einem dramatischen Relegationsspiel (eine 2:0 Führung des FC Fasanerie Nord konnte noch ausgeglichen werden. Die Entscheidung fiel dann im Elfmeterschießen. Tw Rainer Magritsch parierte zwei Elfmeter) konnten wir den Platz als Aufsteiger verlassen. Die Grundlage dazu schaffte der damalige Trainer Torun Hanifi, der die Mannschaft in drei Jahren Arbeit formte.

Die Aufstiegsfeier im Biergarten in Hochbrück wird uns noch lange Jahre in Erinnerung bleiben.

 

Leider war der Erfolg nur von kurzer Dauer. Einen Tag vor Ende der Wechselfrist verliesen drei Leistungsträger die Mannschaft. Dieser Aderlaß war nicht zu verkraften. Unruhe in der Mannschaft und ausbleibender Erfolg ließen Tainer Torun Hanifi den Rücktritt erklären. Noch neun weitere Spieler verließen in der Winterpause den Verein.

Als neuer Trainer wurde von der Vorstandschaft Günter Prockel verpflichtet. Von ihm den Klassenerhalt zu verlangen, wäre vermutlich zu viel gewesen. Der Verein stieg in der folgenden Saison wieder ab.Das Ziel, der sofortigen Wiederaufstieg konnte ebenfalls nicht realisiert werden. Zu unkonstant waren die Leistungen.

Wir richteten unser gesamtes Bestreben danach aus, in den neuen Saison 1999/2000 vielleicht wieder den Aufstieg zu schaffen. Zumal es gelang einige neue, junge Spieler zum Verein zu holen.